Jonas mit Clémence

Am Wochenende war Blizzard Jonas zu Besuch an der Ostküste.
Die Stadt New York meisterte ihren ersten grässlichen Schneesturm 2016 ur zivilisiert und ich hätte mir eigentlich schon mehr Drama gewünscht, wenn es schon keine Wochentage sind, die dem Wetter zum Opfer fallen.

Mayor de Blasio hat den Notstand erklärt, Snapchat einen Live-From-the-Apocalypse-Filter angeboten und ALLE haben diesen daraufhin zum Abfilmen ihrer oberromantischen Pärchenkuscheltage missbraucht. Im nahegelegenen Supermarkt herrschte Hamsterkaufstimmung ohne ein einziges, aggressives ZWEITE KASSA BITTE und zwei meiner Tindermatches sind tragischerweise im Sturm umgekommen (sonst würden die doch auf meine Nachrichten antworten, oder was).

(Lief vermummt durchs menschenleere Manhattan und hörte Kitschmusik okeswarschonechtschön)

Die New York Post hat sich für eine gute Schlagzeile entschieden und alle Smartphones der Stadt befahlen per Emergency Alert den Autos, sich von den Straßen zu bewegen.

Das Reiseverbot haben übrigens auch alle New Yorker brav eingehalten. Die Stadt glich nach Jonas einem einzigen, stillen Weihnachtstraum (so ungefähr). Moment, alle New Yorker? Nein, aber den unbeugsamen Times Square-Snowboarder Casey Neistat habt ihr wahrscheinlich eh schon auf Facebook gesehen.
Genau wie Patrick, den Miami Ad Schüler (äh KLAR sind wir stolz?), der auf Airbnb mit wenig Erfolg sein Iglu vermieten wollte.

Meine französische Mitbewohnerin Clémence, mit der ich auch schon das vergangene Jahr in der Berliner Werbeschule verbracht habe und seit Jänner nicht nur Wohnung, sondern auch Lieferservicebestellung und Schreibtisch bei BBH teile, verbrachten Jonas und den Sonntag danach mit Making A Murderer, ein bisschen Arbeit und einem Spaziergang über die Brooklyn Bridge. Es wiederholt sich der Umstand, dass ich von schlagfertigen, wunderbaren Frauen umgeben bin, wenn ich morgens aufstehe und darüber bin ich schon echt froh.

#BlizzardJonas schneidet in Clems und meiner Wertung am Ende ganz gut ab, weil es einerseits blöd war, als wir ein Snickers essen wollten und sogar der 7/11 an der Ecke geschlossen hatte, aber andererseits auch eigentlich echt gemütlich, zwei Tage lang das Haus nicht verlassen zu müssen. 7 von 10 crippling Snowstorms!

Betrifft: Käse

Zu Silvester war ich zu Hause in Wien und habe mit meinen Freunden "gekocht" und danach in der bald schließenden Pratersauna gefeiert, dass alles im Fluss ist und man niemals zweimal in den selben Pool steigen kann (Heraklit). 
Meistens, wenn ich mir viel Mühe mache, etwas zu anzurichten, hab ich das Gefühl, ich muss es fotografieren, weil es sonst nicht passiert ist. Ist es aber! Beweis:

Das beste Käsefondue der Welt (Geheimnis: Alkohol reintun)

300 Gramm milden Gruyèrekäse, 300 Gramm reifen Gruyèrekäse und 300 Gramm Freiburger Vacherinkäse
1 halber Liter trockenen Champagner (ja sicher geht Sekt auch)
1 Esslöffel Zitronensaft
1 Knoblauchzehe
1 bisschen Pfeffer und Muskatnuss
1 Esslöffel Maizena
1 Flasche Whiskey

Den Fonduetopf mit der Knoblauchzehe ausreiben und den Champagner drin köcheln lassen. Käse langsam dazu, gut rühren, schmelzen lassen, Zitronensaft rein, wieder rühren. In einem anderen Gefäß Maizena mit soviel Whiskey verrühren, dass er eben verrührbar ist. Ab ins Gagglon! Mit Pfeffer und Muskatnuss würzen und nochmal mindestens 3 Esslöffel Whiskey dazu.
Das Gute an Käse ist, dass man fast alles reintauchen kann. Hier: Birnen, Trauben, Pilze, Weißbrot, Feigen (!). Dazu Schampus oder Whiskey trinken. Prosit Mitte Jänner!

19 mal New York Halbzeit-Tagebuch

Warte soeben am JFK-Flughafen darauf, dass der Flieger mit Verspätung Richtung Wien und Weihnachtsurlaub abhebt. Der Pilot wünscht uns mit Meidlinger L statt eines fantastischen nur einen decent flight und das freut mich mehr als ur. Was in den vergangenen Wochen New York passiert ist, folgt sogleich:

1. Als Lisa und ich eines Nachts durch SoHo gewandert sind, hat die Frau links im Bild, für die New York nichts als ein Krämerladen ist, vor einem Acne Studios-Geschäft ein altrosa Sackerl mit drei einwandfreien, schwedischen Designerjeans gefunden. Beim ersten Tragen stellte sich heraus, dass sie nur fast einwandfrei waren, wie man auf diesem Foto erkennen kann.

2. Erkenntnisse: Erstens, die Feuerleiter wird doch nicht so bald rasend Richtung Trottoir abkrachen. Zweitens, eine Feuerleiter ist eigentlich auch nur ein unbequemer Balkon.

3. Die Fliesen in Brooklyn hatten mehr zu sagen, als die Fliesen in Manhattan.

4. Sofia Coppolas A Very Murray Christmas hat mich am ersten agenturfreien Montag ein bisschen in Weihnachtsstimmung gebracht.

5. Verdammtnochmal, Joe.

6. Verdammtnochmal, Bernie.

7. Verdammtnochmal, cute Taco-Eva. <3

8. In unserer Straße gab es einen Brand.

9. Okay mehr ein stümperhaftes Dachbarbecue.

10. Jack's Wife Freda ist die beste.

11. Ein letzter Amelismus ward auf die Welt geschleudert:

„Lisa, willst du eigentlich mal ein Buch schreiben?“
„Ja..." (Zieht an ihrer Zigarette.) "Aber ein ganz dünnes." (Bläst den Rauch aus.) "Weil ich persönlich lesen hasse.“ (Verlässt den Tisch.)

12. Unser Office-Portier Mister D. bestand auch nach kurzer Mittagspause stets auf Ausweiskontrolle.

13. Es gab ein paar sehr gute Nächte. Der hier abgebildete Ava schleppte einmal extra sein Sound-Equipment von Brooklyn zu uns nach Hause und weil seine Lautsprecher ihren Job zu gut gemacht haben, führte das zum ersten Besuch der NYPD an unserer Haustür. Lisa und ich sind aber keine jungen, schwarzen Männer, sondern erschrockene white chicks und wurden deshalb eh üüüüberfreundlich behandelt (im Gegensatz zu anderen auf der Straße zu beobachtenden Vorfällen).

14. Stadtführer Rizzi&Guggenberger empfehlen: Eine vier-Dollar Yachtausfahrt mit der East River Ferry.

15. Und einen Besuch im Natural History Museum.

16. Weil wir dort zweimal die Woche Unterricht hatten, hielten wir uns oft in Times Square-Nähe auf, empfehlen Midtown aber ausdrücklich nicht (viele Touristen). Wir dürfen das sagen, denn einige unserer besten Freunde sind Touristen. Und mit einige unserer besten Freunde meinen wir wir selbst.

16. Wir haben Flaca von Orange Is the New Black beim Frühstück gesehen und ihre Privatssphäre genug respektiert, sie nicht beim Essen zu stören, aber nicht genug, um sie nicht im Fotohintergrund abzulichten. 
Celebrity-Sichtungsliste bisher: Charlotte Gainsbourg beim Shoppen in Tribeca, Chelsea Clinton im Österreichischen Kulturforum, der Typ von Limitless, den niemand kennt, Alexa Chung mit silbernen Stiefeln in Chinatown, Aziz Ansari in Nolita mit einer schönen Blonden, Karlie Kloss an der Ampel mit ihrem hotten Investorenboyfriend, Olivier Sarkozy ohne seinen Olsenzwilling, Ginny von Harry Potter und (LEIDER nur Lisa und nicht ich): Michael Cera, wie er keinen Tisch mehr im Sushirestaurant bekam.

17. Dienstags war in unserer Agentur immer Taco-Tuesday, was in allen Büros dieser Erde zur Tradition werden sollte. Regel Nummer eins: Jeder bringt eine Zutat mit. Regel Nummer zwei: Alle liegen für den Rest des Tages im Tacokoma. Einfach. Es könnte so einfach sein.

18. Der Preis für Best Soundtrack in a Stinky Subway Station ging an: Chambers Street, wegen prima Tanzbarkeit und kontinuierlich soliden Angebots. Gratuliere, Chambers Street! Als nächstes Projekt jetzt noch das mit den Ratten.

19. Und schließlich ein Abschied: Meine wunderbare Mitbewohnerin und Freundin Lisa (hier beim Tennismatch am Hudson River Tennis Court) und ich mussten einander Tschüss sagen, weil ich noch hier blieben werde und sie zum nächsten Praktikum nach Brasilien weiterreist.
Laudatio jetzt: Ohne Lisas Spontanität hätt ich wohl halb so oft verkatert das Haus verlassen, um New York zu erkunden, ohne ihr brillantes Joketiming halb so selten laut aufgelacht und ohne ihre sturen Musikwünsche statt 500 Mal nur 100 Mal zu Hotline Bling getanzt (man will es sich gar nicht vorstellen). 

Wir hatten eine stürmische, laute, gute Zeit hier und der Abschied war sautraurig und ich möchte jetzt nicht mehr drüber reden. Deshalb endet nun auch dieser Post. Godspeed/Bussi!

Dave <3

Tolle Neuigkeiten - ich bin frisch verliebt! Mein neuer Freund Dave spielt Basketball und ist sehr hoch gewachsen und breit gebaut. Bitte jetzt: Nur kein Neid!

Dave ist Amerikaner und ein echter Gentleman. Er leiht mir seine Collegejacke und hält mir oft höflich die Türe auf. Habe ich erwähnt, dass Dave Basketball spielt?!

Tut er jedenfalls. Tja!

Seit ich Dave kenne, bin ich überglücklich, aber meine Freunde sind nicht so begeistert, dass er zum festen Bestandteil meiner Realität geworden ist: Über meine Problemchen („Ich würde heute Abend gerne slutty ausgehen, aber das würde meinem Boyfriend Dave wirklich nicht gefallen“) rollen sie bloß die Augen.

Okay ganz anderes Thema jetzt: In Brooklyn gibt's einen Haufen Secondhand-Läden und vielleicht habe ich in letzter Zeit einige davon besucht. Best Of:

 

 

Alle Fotos von: Katharina! <3

Ist und bleibt ein Krampf: The Creative Process

Schreiben ist ungemütlich. Unter Zeitdruck Ideen zu zünden, auf die man später stolz sein soll, ist anstrengend. Und wer sagt, dass er seinem Kreativboss gerne die ureigene Vorstellung von Humor und Scharfsinn zur Inspektion vorlegt ("Hier bitte, meine zarte Seele. Verwende sie gerne als Fußabstreifer für deine zweifellos trendigen Nike Roshe Runs!"), lügt.
Der Job, den ich seit einem Jahr zu erlernen versuche, ist manchmal unbequem und nervenaufreibend, weil er niemals unpersönlich ist. Die schlechte Nachricht dabei: Eine Idee zu produzieren ist immer auf die selbe Weise schwer. Die gute: Wenn man lang genug nicht locker lässt, wird es am Ende immer auf die selbe Art leichter. 
Bis es wieder schwer wird. We take a look at sechs Stufen of Creative Process:

1. This Is Awesome (oder: Inspiration und Selbstüberschätzung)

Neues Briefing, weißes Blatt: Wäre das Leben eine Folge Starmania, sprächen wir von einer spannenden Challenge für die Kandidaten. Das Brainstormdokument füllt sich mit Beobachtungen zum Thema, die Muse knutscht, der Zensor schläft, zwei Worte reichen: Es flutscht. Als nach einem Blick auf das, was man first ideas nennt, vieles zwar noch oberflächlich, aber sehr plausibel klingt, erwacht in mir nach Selbstzufriedenheit der Größenwahn. Easy! Fertig! KINDERSPIEL! Ich google "Anzeichen bin ich ein Genie", mache mir siegessicher Käsetoast und vorerst eine Pause. Verdient! Der Rest ist nur noch Ausführung.

2. This Is Tricky (oder: Unbehagen macht sich breit)

Ein Keks für den, der's kommen sah: Beim Versuch, aus den ersten Ideen Konzepte zu machen, beschleicht mich ein unangenehmer Verdacht. Ist das vielleicht alles gar nicht so witzig und auch nicht übermäßig schlau? Könnte viel davon auch von Werner Faymanns Oma sein (no disrespect)? Nicht, dass das so schlimm wäre - first ideas sind oft bloß mittelmäßig - aber wir dürfen nicht vergessen, dass ich mich bis eben noch für ein Genie hielt.
Wohl nicht. Jetzt ist die Zeit für Prokrastination: Twitter, Instagram, Facebook, Snapchat und zurück - macht aber alles keinen Spaß, weil der Knacks im Ego schmerzt. Als ich zurückkehre, hat niemand für mich das Dokument mit Notizen befüllt.
Ich fürchte, das wird knifflig. Ich möchte das nicht. 

3. This Is Shit (oder: Der Boden der Tatsachen?)

Die nächste Ideenbauphase ist meistens kurz und fruchtlos. Started from the bottom now we're where? Richtig: We're still at the bottom. Wurm drin, kein Wumms drin, Ideen platt, wie eine Flunder und außerdem verwende ich zu viele Phrasen. Es ist endgültig Zeit für die Wahrheit:
Uggggggggghhhhhhhhhh. Ich habe das unterschätzt. 

4. I Am Shit (oder: Ich bin scheiße)

In Stufe 4 wünsch ich mich an den Boden der Tatsachen aus Stufe 3 zurück, weil die Stimme der Frustration jetzt persönlich und ungehalten wird: Wie willst du Neues schaffen, wenn alles schon vor dir da war, Guggenberger? Warum versuchst du immer noch, woran du offensichtlich scheitern wirst? War vielleicht alles, was du jemals hingekriegt hast, ein glücklicher Zufall? War das wirklich schlau, einen Beruf zu wählen, der nicht ohne Selbstoffenbarung auskommt? Wieso kann Ronja von Rönne das und du nicht? Bist du tatsächlich schon WIEDER in dieser misslichen Lage? Du bist ein netter Kerl, Guggi, aber leider bist du auch eine Flasche.
Gib lieber auf und mach dir wieder Käsetoast. Und WESHALB hast du nochmal erst heute angefangen?

5. This Might Be Okay (oder: Das High des Heureka)

An guten Tagen mach ich trotzdem weiter. Platt, aber wahr: Die Geistesblitz kommt, als ich nicht mehr an ihn glaube. Moment, liegt da ein Gedanke vergraben? Es wird warm, wärmer, wärmer, heiß, bis irgendwann – JAWOLL – die Nuss knackt.

Das Heurekahigh, das jetzt folgt, ist nicht nur meine Lieblingsstelle, sondern auch die aller Leute, mit denen ich arbeite und muss mit einer Klischeelawine beschrieben werden: nach Tagen Wanderung den Gipfel erblicken, ZACK!verliebt sein, ein verlorenes iPhone wiederfinden, nachts betrunken aufwachen und eine Flasche Sprudelwasser neben dem Bett wissen. Ziellinie beim Marathon. Oase in der Wüste. Oder einfach der Bub mit der Milchflasche aus dem Bankwerbespot: Was wären die großen Erfolge ohne die kleinen.

Das macht die schlechten Zeiten von vorhin wieder wett. Für Schritt 5 sind wir alle am Start. Ich habe sogar das Gefühl, dass jene Leute, die später "irgendetwas Kreatives" von Beruf werden wollen, sich gern ein Leben voller Phase Fives vorstellen. Die macht aber auch Spaß! ...Und ist damit ein guter Gradmesser. In den Worten des hiesigen Creative Directors:
"If it doesn't make your tummy flip, it's not an idea."

6. This Is Awesome (oder: Lass das jetzt so)

Im letzten Schritt soll die Idee ausgeführt und präsentabel gemacht werden. Wie Samstagmorgen mit wirrem Blick aus dem Club ins Tageslicht zu treten, ernüchtert das die aufgekratzte Stimmung ein bisschen. Egal: Die Passion endet im schlechtesten Fall mit einer Deadline unter Bauchschmerzen, im besten Fall mit einem Euphoriegefühl, das tagelang nicht abklingt. Ja, eh: Zur Hälfte, weil andere hoffentlich gut finden werden, was man geschafft hat. Aber auch, weil's schön ist, hinzukriegen ist, woran man bis vor Minuten nicht mehr geglaubt hat (das könnt ihr jetzt in Sprüchekalender drucken, so viel ihr wollt).
Den Rechner angestrahlt, wie ein Stockfotomodel Salat anstrahlt, hab ich deshalb noch selten - sehr zufrieden bin ich aber doch.
 

Besser wird's halt nicht.

Wenn sogar Luke Sullivan, kreativer Endgegner und Autor von Hey Whipple Squeeze This, schreibt, er fühle sich mehrmals die Woche wie ein Pfuscher, der noch nie konzipiert, oder geschrieben hat, fürchte ich, dass es auch für mich nicht so bald glatter laufen wird; mit Glück höchstens irgendwann schneller.

Ich will nicht sagen, dass ich diese Tätigkeit immer liebe, aber der Ärger, den sie mit sich bringt, ist nichts gegen ihren größten Vorzug: Das Gegenteil von Taubheit. Euphorie, Lachattacken, kalter Schweiß, Freude, Nervosität und Panik - gerne alles, hauptsache Sympathikus. So viel Auf und Ab macht einen vielleicht kaputt, wenn man nicht sorgfältig auf sich Acht gibt, aber es macht auch sehr, sehr glücklich.

Theorie: Der Moment der Verzweiflung ist vielleicht nötig, damit gewohnte Bahnen verlassen und neue befahren werden. Wär sonst ja auch zu leicht. Das nervt allerdings, weil ich manchmal schlicht und einfach nicht in neue Bahnen WILL, sondern stattdessen BITTE in meinen alten (!!!) Bahnen IN RUHE CHIPS SNACKEN, wie es ein verdammtes Menschenrecht sein sollte. 

Das einzige, was in den Phasen des Missmuts hilft, ist wohl: Durchtauchen und nicht umdrehen. 
Mein sehr schlauer Exfreund Sebastian sagt: Geschrieben haben ist der beste Beweis, dass man wieder schreiben können wird. Ich fürchte, es ist leider auch der einzige.

 


Alle Bürostockfotos von/Bussi an: Amele Rizzi

Das Leben in Zeiten der Thanksgivingsente

Zwei Monate New York: Vorüber. Die Bäuche nach zwei Tagen Thanksgiving: Immer noch voll. Ein Lagebericht der Dinge: Im Folgenden.

Die Williamsburg Bridge: Von Frida, Lisa und mir an einem Katerfreitag ausgiebig abspaziert.

Thanksgiving: Von den gastfreundlichen Meisterköchen Katharina & Manuel (und einer Ente, statt eines Truthahns) zu einem wahrhaften Festtag gemacht. 

Diese Printwerbung für "Period Panties": In der Subway erst plakatiert. Dann wegen suggestiver Mandarine als zu anstößig erklärt. Dann wieder plakatiert. #newyorkerwerberatleaks

Eine College-Party in Uptown Manhattan: Wegen Underage-Drinking dramatisch von der Polizei aufgelöst.

Ein junger Rooftop-DJ beim Abgang mit Equipment: Fast ein bisschen zu stolz darüber.

Andere Partygäste: Unbeirrt und 21+ years old.

Gute Freunde und beste Freunde: Zu Besuch in der Stadt.

Supermodels: Überaus freundlich und nachts in SoHo an der Ampel zu treffen.

Und die Freiheitsstatue? Beachtlicherweise im rechten Oberarm immer noch krampffrei.

Das Wetter.

Daily Show Snapchat Story

Wie vielleicht schon ein, oder drei Mal erwähnt, ist Trevor Noah ist mein nicht sehr heimlicher Latenight-Crush. Mein Boss J.P. respektiert das und erlaubte mir gestern einen vorzeitigen Feierabend, um mich vor dem Daily Show-Studio für Studiopublikumstickets anzustellen. 

Die Show war fantastisch (und live! das wusste ich nicht) und das Drumherum hab ich gesnapchattet (Vergebung für's Hochkantformat, bitte).

Die Sendung, in der ich saß, ist übrigens die hier und Trevor Noahs amerikanische Lieblingsstadt abgesehen von New York ist Nashville. Das ist das einzige Detail aus der Q&A-Session vor der Aufzeichnung, an das ich mich erinnern kann, weil Trevors niedliche Grübchen so laut gestrahlt haben.


PS: Wieso eigentlich Snapchat? Die überaus coole Journalistin Eva Schulz hat gestern via Snapchatstory aus dem belgischen Stadtteil Molenbeek berichtet, aus dem einer der Pariser Attentäter stammt, und das fand ich gut. Ich snappe eh nie, aber manchmal schon und dann unter teresaepaulina.

Fragilité

(Headline zu 100% inspiriert von @quadererer.)

"Ladies and gentlemen, may I ask for your attention, please": Am Montag Mittag bat in der französisch geführten Netzwerkagentur, in der ich arbeite, durch das Feueralarmsystem eine traurige Männerstimme alle Anwesenden, sich zu erheben und eine Minute lang still der vier jungen Havas-Mitarbeiter und all der Anderen zu gedenken, die am vergangenen Freitag in Paris ermordet wurden.

Während das One World Trade Center schon länger nicht mehr bleu-blanc-rouge beleuchtet ist, hat sich in meiner Online-Umwelt nach dem Ausdruck großen Schmerzes mittlerweile der Konsens gebildet, dass ZUSAMMENHALT! das europäische Wort der Stunde ist, die Flüchtlinge Syriens vor dem selben Grauen fliehen, wie Frankreich es jetzt erlebt hat, dass die Welt vielleicht mehr peace, als pray gebrauchen könnte und man überlegen muss, ob die Anschläge in Beirut nicht ähnliche Anteilnahme verdienen.

Meine Fragen enden hier aber leider nicht und oft bin ich sehr froh über das Internet und die klugen Menschen, die darin wohnen. 
Los, Guggenblogger! Du weißt was das bedeutet! Linkliste! Okay, okay, Lesers. Klar. Wird gemacht:

  • Jan Böhmermann katapultiert sich mit 100 Fragen nach Paris hochkant in Jon Stewart-Liga und hakt mit dem Text im Vorbeigehen die großen vier "sch" meiner persönlichen Heiratsfantasien (schlau, schwermütig, scharfzüngig, schwachköpfig) ab

 

  • Warum manche Leute statt IS, ISIS, oder ISIL das Wort Daesh bevorzugen, wird hier erklärt (Spoiler: Um der Terrororganisation die Vereinnahmung des Wortes Islam zu erschweren)

 

 

  • Dass der französische Front National mit den Terroristen mehr gemein hat, als er wahr haben will (nämlich die Liebe für's Trennende, statt für's Gemeinsame) ist eh klar. In diesem Artikel wird deutlich, dass es unsere Aufgabe sein wird, beiden Seiten zu trotzen, damit es eine Zone der friedlichen Koexistenz geben kann

 

  • Dieser von einem Leser der New York Times verfasste Liebesbrief an den Genießerlifestyle der Franzosen hat mich hoffnungsvoll gestimmt:
Ich kann nur sagen (kaut Mandarinen): Wenn das so weitergeht... (kaut Mandarinen)
...und ich am Ende morgen auch nochmal absagen muss... (langes Kauen von Mandarinen)
...dann komm' ich Donnerstach wieder (schluckt Mandarinen).

 

Ob ihr eure Profilbilder zu Trikoloreflaggen ändern sollt, weiß ich leider auch nicht (ist aber jetzt vielleicht auch ein bisschen spät). Wofür es nicht und niemals zu spät ist, ist immer noch:
ZUSAMMENHALT!

Passen Sie gut auf sich auf. <3

Eine schlechte Nachricht, eine gute Party und ein Wochenende in New York

Liebes Tagebuch, Samstag war bissl ein Weltschmerztag und Weltschmerztage verbringt man am besten alleine im Museum. Ich wanderte auf dem Weg dorthin eine Weile durch's wunderschöne West Village und war dort mehr als einmal versucht, mir eine flinke Reihe Tarotkarten legen zu lassen. 

Herzlicherweise haben mir meine Wiener Freunde Tine & Clemens vor der Abreise nach Amerika eine Jahresmitgliedschaft für's Whitney Museum geschenkt, weshalb ich da jetzt immer gratis hin kann. Während ich anfangs dachte "Ein Jahr, oh shit, ich bin ja nur bis Weihnachten hier!", kam letzte Woche alles anders, als erwartet:

Das Praktikum bei Ogilvy São Paulo, das mein Teampartner und ich im Auge hatten, ist nämlich statt an uns an ein weitaus fantastischeres Kreativteam gegangen. Weil ich aber stattdessen bei BBH New York aufgenommen wurde, werde ich sowohl diese Stadt, als auch das Whitney Museum noch ein paar Monate genießen können (auch nicht so schlecht).

Frage: In Weltschmerzstimmung und mit den richtigen Tunes im Ohr kann Menschen-im-Museum-beobachten schon ein bisschen rührend sein, oder etwa nicht.
Ich finde es jedenfalls schon süß, dass die Leute ein paar Stunden aus ihren kostbaren, ernsthaften Samstagen nehmen, um sich die kruden und nicht immer schönen Ideen anderer Menschen reinzuziehen.

Denken alle Besucher an was Ähnliches? Sind manche nur hier, weil man halt ab und zu ins Museum geht? Zündet irgendjemand gerade einen revolutionären Gedanken? Denkt jemand gleichzeitig mit mir "was zur Hölle soll das sein"? Und warum verweilt der ältere Gentleman so lange vor dem pastellfarbenen Abstraktdings?

Das was wir hier oben sehen ist übrigens ein Werk von Jared Madere, das furchtbaren Krach gemacht hat und hier beschrieben wird.

Als es draußen dämmerte, machte ich mich gerührt auf den Weg zur Casa Guggenberger/Rizzi, weil dort nämlich eine Houseparty steigen sollte.

Lisa und ich hatten Miami Ad Schüler, Agenturkollegen und Freunde von Freunden eingeladen und so füllte sich die Butze schnell mit Amis, Deutschen, einer beträchtlichen Menge Schweden, später ein paar Spaniern, Österreichern und mindestens einem Schweizer (der seine Nationalität mit der Frage "Hat es in der Küche noch Vodka?" verraten hat).

Die Feier war wild und Hausmaster Lisa nicht amüsiert über den Zustand der Wohnung am Morgen danach. Das tat sie frank und frei auch auf Facebook kund:

Nach der Beseitigung aller Beweise setzte Frida (die schöne Schwedin rechts im Bild), die bei uns übernachtet hatte, ihren Plan durch, irgendwo im East Village Frühstück im zu finden.

Keiner ihrer blassen Mitbewohner wagte, zu widersprechen.

Und so endet dieser Blogpost mit im Tompkins Square Park verzehrten Luke's Lobster Rolls, drei auf Skype verbrachten Stunden, Kopfwehtabletten, ein bisschen Arbeit und einem sehr, sehr frühen Zapfenstreich.

Amelismen

Meine Mitbewohnerin Lisa ist eine sehr zitierbare Person. Ich würde mir vieles, was sie sagt, prompt auf den Steiß tätowieren lassen. 
Eines verkaterten Tages habe ich mitgeschrieben:

  • Nach erneuten Schwierigkeit beim Öffnen des Fensters zur Feuertreppe:
    "Die trying oder keep trying. Ich bin da wie 50 Cent."
     
  • Beim morgendlichen Zähneputzen:
    "Lisa, was würdest du sagen wenn ich dir sage, dass Sarah Connor jetzt Musik auf Deutsch macht und ich das ehrlich nicht mal übel finde?" - "Ich würde sagen Halt die Fresse und vergiss die Zahnseide nicht."
     
  • Verzweifelt über die mangelnde Funktionalität des Duschvorhangs:
    "Das Niederträchtigste sind immer die Pfützen am Badezimmerboden, in die ich so häufig mit Socken trete. Ich könnte heulen, wenn das passiert.
    Diese NIE-DER-TRACHT!"
     
  • Über Preise und Awards:
    "Ich hab früher in der Schule immer nur „Best Effort“ gekriegt. Das war nicht so geil."
    (schwelgt still in Erinnerungen, runzelt die Stirn. Plötzlich ein zufriedenes Lächeln.)
    „Obwohl! Den kriegt auch nicht jeder, du!"
     
  • Verschwörerisch schnaubend über eine Gruppe Mädchen, die von einem Internetwelpen schwärmt:
    "So ein Quatsch. Ich stell mir diese Hunde immer ganz genau vor. Wie die aussehen werden, wenn sie später groß sind. Eine präzise Simulation quasi. Und DANN entscheid ich, ob die süß sind.
    Keine. Sekunde. Vorher."
     
  • Über Sport und Fitness:
    „Eigentlich hasse ich Horrorfilme. Aber ich schaue die trotzdem, weil’s schlicht gut für den Kreislauf ist. Was glaubst du, was du verbrennst, wenn der Herzschlag für über zwei Stunden auf 300 ist? Manchmal muss man ganz bewusst auf seine Gesundheit achten."

 

Da hat sie wirklich nicht Unrecht.

 

Copycat & Muskelkater

JA, möglicherweise ist es auch langsam gut mit Kostümen und Kürbissen, aber das Halloweenwochenende ging nunmal weiter und will mit mindestens einem GIF dokumentiert sein. LOS GEHT'S! 

Auf einer Houseparty im West Village befanden sich unter den Gästen: Eine Copycat, ein Zahnarzt, der Cecil Den Löwen eiskalt ermordete, ein Wrestler Sting und ein Leichenmädchen aus Twin Peaks (alles unter zehn Dollar, weil wir geizige, aber durchaus findige junge Menschen sind. So ist das Game. Halloween heißt Wettrüsten!).

Viele Bilder sind auf der Feier nicht enstanden, weil die Musik tanzbar und das Bier in Massen vorhanden war.

Ihr müsst mir also glauben, dass die Gäste der inzestuösen Werberparty sich auch hier besonders viel Mühe gegeben haben (außer der Typ, der sich mit Stoffkrokodil unterm Arm als Daenerys Targaryen erklärte).

Hier sehen wir Kim Kardashian breaking the Internet mit Sektglas am Popsch und Moonrise Kingdom-Sam Shakusky.

IMG_0090.jpg

Nach einer Begegnung mit einem weiteren sehr trinkfesten Emojimädchen enden die Guggenblogger-Aufzeichnungen leider,

und bringen uns nach einem Ausflug zum Discoclub in Brooklyn im Taxi zurück über die Brücke. 

Die flinken Katzenschenkel jammerten über höllische Höllenschmerzen aus der Hölle, weil sie am Vortag auf Roosevelt Island (einer winzigen Donauinsel im East River) aus Gruppenzwang einen Halloween-10k-Lauf bestritten hatten. Ja, okay, jetzt wollte ich ein bisschen angeben.
Das waren die Halloweenfestivitäten. Ab jetzt keine Verkleidungen mehr, nan! Ok, Bussi!

Agenturhalloween

Gestern war erst Donnerstag, aber weil Halloween hier sehr ernstgenommen wird, gab es in der Agentur, in der ich arbeite, eine Pre-Halloweenparty mit stark von Popkultur und Internet inspirierter Kostümierung. We take a look:

Ein Burger und ein Cookiemonster.

Drew Barrymore in "Ungeküsst".

Eine recyclete Wednesday Addams (Todsünde Faulheit!) und ein Cereal Killer (höhö).

Jon Cusack in "Say Anything".

Ein verloren Bier trinkender ehemaliger Serienstar BoJack Horseman.

Der tote Arzt aus Grey's Anatomy Beer Pong spielend mit Karen aus Mean Girls ("I'm a mouse! Duh!").

Kristen Wiig aus dem SNL-Sketch "Gilly".

Und natürlich: Drake in Hotline Bling (mit Originalsweater und Originaldancemoves).
 

Beautyblog in unpeinlich

Beautyblogs sind schon oft ein bissl affig, oder etwa nicht.
Kann ich jetzt aber auch nichts machen, denn in New York gibt es Sephora, ich kaufte einen überschicken Lippi in Form eines Bleistiftes und dies hier ist halt ein Blog.

"Weil so viele gefragt haben" sage ich jetzt, dass der Lippenstift Marc Jacobs Kiss Pop in "Pow" heißt, verpackt ist, wie der Werbeaward, den ich nicht habe, aber unbedingt brauche (voll gut ins Universum manifestiert) und mir sehr viel Freude bereitet.

lllllll.gif

Während des dreiundzwanzigsten Loops dieses Küssgifs ist mir allerdings eingefallen, dass doch nicht alle Schönheitsblogs im Internet unter schlechtem Schreibstil, ungekennzeichneter Werbung und Wortmonstern wie "DM-Haul" leiden (#NotAllBeautyBlogs). Ein paar gute gibt es nämlich schon:

  • Sarah Radowitz schreibt bei This Is Jane Wayne angenehm flapsige und manchmal schön wütende Produktreviews
     
  • Into The Gloss ist sowieso die gut eingecremte Mutter der Online-Kosmetikliteratur (beste: die Rubrik "Top Shelf", weil von-Beruf-Voyeur-sein nicht legal ist und man aber trotzdem gucken will)
     
  • der fantastische Modeblog Man Repeller schreibt hier ein Plädoyer gegen's Tragenmüssen von Makeup und (für die, die trotzdem wollen) hier eine Rubrik über alles Schminkbezogene
     
  • die schwedische Designstudentin Elin Berlin ist die Königin im Highlightergame
     
  • und die elegante Britin und Lancome Creative Direktorin Lisa Eldridge kriegt es tatsächlich hin, unpeinlich einen YouTubechannel über Schminke zu bespielen (krass eigentlich).

Diese Liste ist natürlich unvollständig, weil ich nicht alle Oberflächlichkeiten im Internet kennen kann (sorry!). Habt ihr mehr, Guggenbloggerbesucher?
Vielleicht wurde mir nämlich soeben klar, dass ein guter Personal Blog immer noch geringeres Übel darstellt, als das, was als Frauenmagazin in den Regalen unserer Kioske steht (der demokratisierende Effekt von Beautyblogs?) — deshalb bitte: immer her damit!

Hillary, das ist ein Time-Out für dich!

Als Wiener darf man in den USA nicht wählen. Als Wiener darf man in den USA auch nicht für das popelige Amt des Präsidenten kandidieren. Als Wiener tut man daher trotzig, was man sehr gut kann und flitscht zur TV-Debatte der Demokraten gediegen eine Flasche Rotwein weg.

Glaubt man CNN, hat Hillz R.C. die Debatte eh klar gewonnen. 
Die Menschen, mit denen ich hier plauderte, sind aber anderer Meinung: Alle lieben Bernie Sanders, den freundlichen, alten Kauz!

Der Tenor meiner Kollegen hier lautete, das Land sei weiters noch nicht bereit für eine Frau an der Spitze (Duh, Frauen? 1mal im Monat sind sie wütned wegen diesen PMS wie könen sie 1 Land regiren??!?) und Sanders hätte gute Chancen, weil Hillary jetzt schon zu siegessicher sei und sich blind überholen ließe.
Der Verschwörungstheoretiker behauptete, Joe Biden nutze den Tod seines Sohnes als geldsparende Wahlkampfverzögerung und würde am Ende noch aufsteigen wie ein Bald Eagle aus der Asche. Und mein schwuler Kollege S. hat seinen standhaft republikanischen Eltern erfolgreich das Versprechen abgerungen, für Clinton zu stimmen, wenn der Gegner Trump heißt.

Man wurde sich nicht recht einig, außer über eins: 
Hillary, Mann. Dies ist eine Intervention. Wirklich niemand will mehr was über deine vergammelten Emails hören. Niemand. Weil die meisten Leute sich einfach nicht für DatenschutzzZzzzzZzZZzzzzzZzzZZzzzZZ... Oj, Entschuldigung! Ich muss kurz weggenickert sein. 

Ich möchte gerne einen dritten Kandidaten vorschlagen, der praktischerweise ohnehin schon überall in der Stadt plakatiert ist:
Das engelshafte Grübchengesicht (grübchenhaftes Engelsgesicht?) des Trevor Noah, der seit kurzem die Daily Show von John Stewart übernommen hat und das ziemlich gut macht, wie ich finde. <3
 

1 Treppenhaustod und 10 andere erfreuliche Dinge

Zwei Wochen New York City sind heute vergangen. Was bisher geschah:

1. Stammbars der Zukunft wurden entdeckt.

2. Wäsche wurde in Salons gewaschen.

3. SoHo wurde gründlich erkundet; schöne Hipster wurden beobachtet.

4. Kakerlaken fanden plötzliche Treppenhaustode. Klemmfenster fanden plötzliche Ölung.

5. Die Wohnung fand ihre erste Party.

6. Der Woolworth Tower sah zwischendurch immer wieder sehr gepflegt aus.

7. Die Rich People ohne Vorhang im Haus auf der anderen Straßenseite hielten für Spekulationen her (”Scheidung, Yacht und Erbschaftsstreit. Merkste was! Die gucken auch immer getrennt Fernsehen!").

8. Es wurde unmenschlich viel Pizza verzehrt.

9. New York Times-Ausgaben wurden vom Nachbarn geliehen.

10. Heliumballons wurden von der Straße geliehen.

11. Und die Stadt geizte nicht mit Weisheiten.

Diskretion wird bei uns klein und extrem falsch geschrieben

All meine Freunde wissen, dass Verschwiegenheit nicht mein Supertalent ist. 
Man schob uns Praktikanten bei Havas jedoch bedrohlich einen Bogen Non-Disclosure-Agreements unter und jetzt werde ich wohl doch keinen Eintrag darüber schreiben, was wir der Werbeagentur hier so treiben.

Aus der Not eine Tugend: Dann halt Officeselfies. Es mangelt schließlich nicht an Material.

Zeig mir an diesem Apfel, wo dich das kritische Feedback deiner geliebten Ideen am härtesten getroffen hat!

Ich will nicht bestätigen, dass es bei Havas eine magische Büroküche gibt, die sich zweimal pro Tag mit Snacks auffüllt, wie Harry Potters gottverdammter Raum der Wünsche - ich streite es aber auch nicht ab.

In einem Kreativteam gibt es meistens einen, der für Text und Konzept verantwortlich ist (den Copywriter oder Werbetexter) und einen, der sich um die visuellen Idee, Layout, Design und Grafik kümmert (den Art Director). 
Dass meine Art Director-Partnerin Ines treffsicheres Gespür für Stil und Farbe hat, könnt ihr wohl klar an der Wahl ihres signalroten Bucket-Regenhuts erkennen.

Und weil wir schließlich ein Team sind, teilen wir gerne alles miteinander
Die Lorbeeren. Die harten Verluste. Und Hutmode aus den frühen Zweitausendern.

Alles in allem ist es sehr fein hier (verklagt mich halt).

Steak Tartare minus Fleisch und minus Küchenmesser

Hey Lesers, speist ihr auch seit drei Tagen nur Domino's Pizza, weil in eurer Küche das Equipment fehlt? Ich dachte mir das. Deshalb hier ein Rezept für Portobello Steak Tartare ohne Mett und ohne Mengenangaben, weil ich Mengenangaben limitierend finde (und weil wir keinen Messbecher haben).

  • Kapern
  • Zwiebeln
  • Essiggurken
  • Portobellopilze (Champignons gehen eh auch)
  • Dijonsenf
  • Rotwein
  • Tabasco
  • Eier
  • Butter
  • Salz 
  • Toastbrot
  • das war's

Ich wünsche euch einen scharfen Küchensäbel, denn mit einem Buttermesser alleine gestaltet sich der Vorgang des Kapern-, Zwiebeln-, Essiggurken- und Pilzschnippelns friemelig.

Nachdem man das alles klein geschnitten hat, kommen die Pilze in eine Pfanne und werden mit Rotwein begossen (riecht weihnachtlich), bis der ganze Alkohol sich in die Pilze reinverdampft hat. Jetzt Salz und Pfeffer, bitte.

Ein guter Koch ist niemals voll bei der Sache und immer ein kleines bisschen auf Netflix!

Das war's eigentlich: Butter, Essiggurken, Zwiebel, Kapern und Dijonsenf kommen in aparten Häufchen auf den Teller. Dann formt man aus den abgekühlten Pilzen ein Haupthäufchen und tut oben den Dotter und Tabasco drauf.

Das sieht jetzt so lange hübsch aus, bis das Layout verschwurbelt und auf gebutterten Toast gestrichen wird. Ab dann schmeckt es aber dafür gut.

Wenn Lisa und ich nicht immer noch mit vollen Mägen auf der Feuerleiter säßen und über "Mett-Gala"-Wortspiele lachten, gäben wir der Speise 7 von 10 vegetarische Hackbällchen. 

Guten Appetit!

Sichergehen in Manhattan

Nervosität vor Praktikumsantritt ist weitverbreitet und wirklich ganz normal. Fragt Mark Zuckerberg, oder Sheryl Sandberg, oder euren zittrigen Kollegen Hannes mit den Kaffeeflecken am Hemd - jeder kennt das.

Bei besonders schlimmer Aufregung sind auch Zweifel nicht exotisch, ob die Agentur, in der man montags beginnen soll, wirklich da steht, wo sie in Google Maps eingetragen ist. Oder überhaupt existiert. 

Einzig wirksames Gegenmittel neben Frühstück: Das sorgfältige-neurotische Abgehen der beiden morgendlichen Commutes.

Haben wir gemacht. Die Läden stehen da, wo sie sollten.

Der Sonntag war danach noch lang und so kommt es, dass jetzt Bilder von einem Spaziergang durch Central Park und Upper East Side folgen. 

(Ok vorher noch Amele Rizzi und eine Tüte Lunch To-Go im Filmklassiker Carrie Bradshaw für Arme. Aber jetzt wirklich New York-Content. Over!)